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Betriebsnachfolge bei Familienbetrieben - ein Studium hemmt die Übernahme

Aktuell werden weniger als 50 % der Familienbetriebe innerhalb der Familie übergeben. Hat die nächste Generation eines Familienunternehmens wirklich andere Karriereabsichten? Viele Söhne und Töchter von Unternehmern gehen studieren. Und nach Abschluss des Studiums haben sie andere Pläne, als den elterlichen Betrieb zu übernehmen! Die St. Galler- / EY-Studie zeigt, dass nur 3,5 Prozent aller Familienmitglieder das Unternehmen direkt nach dem Studium übernehmen wollen. 4,9 Prozent planen, dies fünf Jahre später zu tun. Der Anteil der potenziellen Nachfolger, die grundsätzlich bereit sind, die Nachfolge anzutreten, ist liegt bei ca. 20 % Prozent aller Studierenden aus Unternehmerfamilien.

Seit 2011 haben immer weniger Nachkommen die Absicht, die Nachfolge anzutreten. Die Experten der Studie schätzen den Rückgang auf etwa 30 Prozent. Zu den Gründen zählen wohl attraktivere Chancen am Arbeitsmarkt nach dem Studium und die Tatsache, dass die potenziellen Nachfolger besser verstehen, wie anspruchsvoll die Leitung eines Familienunternehmens ist.

Die internationale Studie zeigt, dass die Absicht der Betriebsübernahme von zahlreichen Faktoren abhängt. Der Wohlstand einer Nation, die Besteuerung von Unternehmens-nachfolgen, die Branche und eine Vielzahl kultureller Faktoren können zum Einstieg ins Familienunternehmen bewegen – oder sie davon abschrecken.

Innerhalb der Familie selbst haben das Geschlecht und die Geschwisterfolge so wie die Größe und der Erfolg – oder Nichterfolg – des Familienunternehmens einen sehr großen Einfluss.

Zwar mögen weniger Familienmitglieder der nächsten Generation die Absicht haben, das Ruder zu übernehmen. Doch jene, die den Sprung wagen wollen, sind motivierter und besser für die Aufgabe gerüstet.

 

Quelle: Kompetenzzentrum für Familienunternehmen - Zurück nach Hause oder hinaus in die  Welt: reloaded Nachfolgeabsichten der nächsten Generation in Familienunternehmen; Universität St. Gallen und Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., 2016