LOOS & PARTNER Unternehmensberatung

Führung beginnt mit Selbstführung
von Angelika Radl-Walser

Ich möchte Ihnen gerne drei Punkte mit auf den Weg geben, die Grundvoraussetzungen für eine gute Selbstführung sind:

  • Bewusstsein der eigenen Werte
  • Zeitmanagement
  • Selbstreflexion

 

Bewusstsein der eigenen Werte

Werte spielen eine sehr wichtige Rolle in Unternehmen, in der Unternehmenskultur und im Führungsalltag. Als Führungskraft benötige ich zuallererst Klarheit über meine eigenen Werte, um zu wissen, was mich antreibt. In diesem Zusammenhang kann man sich folgende Fragen stellen: Was ist mir wichtig? Was treibt mich an? Wie reagiere ich, wenn meine Werte verletzt werden? Setzt man sich mit diesen Fragen auseinander, so wird oft klar, wo es hakt bzw. was einem wichtig ist.

Ein weiterer Schritt ist die Reflexionsfähigkeit, ob die eigenen Werte mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Eine Übereinstimmung von 100 Prozent ist kaum gegeben und braucht es auch nicht. Aber eine gewisse Übereinstimmung ist unerlässlich, wenn ich mich mit dem Unternehmen verbunden fühle.

 

Mein Zeitmanagement

Gute Chefs haben Zeit für ihre Mitarbeiter. Aber der Chef hat auch das Recht bzw. die Pflicht, sich in einer stillen Stunde wichtigen Projekten bzw. strategischen Dingen zu widmen, ohne gestört zu werden. Das Vereinbaren einer „stillen Stunde“ kann für alle Beteiligten eine gute Lösung sein und wird erfahrungsgemäß sowohl von Mitarbeitern als auch Kunden akzeptiert. Die Arbeit am Unternehmen und nicht im Unternehmen sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Analysieren Sie doch einmal eine Woche lang, für welche Aufgaben Sie wieviel Zeit aufwenden. So manche Führungskraft zeigt sich überrascht, wenn die eigenen Zeitprotokolle die Zeitfresser entlarven. Mit einer guten Zeiteinteilung tun Sie nicht nur Ihren Mitarbeitern, sondern auch Ihren Nerven und Ihrer Gesundheit einen Gefallen.

 

Selbstreflexion

Eine Umfrage eines Personaltrainingsunternehmens ergab, dass die Hälfte der Arbeitnehmer der Meinung sind, dass der Führungsstil des Chefs die „Leistungsfähigkeit“ der Mitarbeitenden „entscheidend“ oder „erheblich“ beeinflusst. 87 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Chef an sich selbst arbeiten müsse, um den menschlichen Anforderungen an eine Führungskraft besser gerecht zu werden.

Bei der Selbstreflexion geht es um die Entwicklung der Soft-Skills. Selbstreflexion bedeutet, das eigene Verhalten, die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten. Als Chef sollte ich mir daher regelmäßig Zeit nehmen und darüber nachdenken, wie ich in gewissen Situationen reagiere und welche Reaktionen dies bei meinen Mitarbeitern auslöst.

Über längere Zeit ausgeübte Selbstreflexion schult die eigene Selbstwahrnehmung und öffnet ganz neue Potentiale, die für den eigenen Führungsstil, die beruflichen Tätigkeiten und die persönliche Lebensgestaltung genützt werden können.