LOOS & PARTNER Unternehmensberatung

Innerfamiliäre Betriebsnachfolge bei Dorfelektriker

1. Herbert Mittelberger, was waren für dich die größten Hürden im Übergabeprozess?

„Es gilt, loslassen zu können. Ich habe gegründet, und gebe mein Lebenswerk in „fremde“ Hände. Mit diesen Emotionen umgehen zu können, mir bei der Übergabe selbst nicht im Weg zu stehen, stellt für mich die größte Hürde dar.“

2. Herbert Mittelberger, was würdest du anderen Übergeber von Familienbetrieben raten?

„Keinen Zwang ausüben. Prüfe wer sich ewig bindet“. Und wenn der Nachfolger kein Interesse hat, gilt es, einen Plan B zu haben. Doch wenn der Nachfolger da ist: Freiheiten lassen, probieren lassen, Fehler machen lassen, Entscheidungen fällen lassen, auch wenn sie vielleicht nicht immer mit den eigenen Entscheidungen konform gehen. „Jemand, der nicht delegieren kann, kann auch nicht loslassen.“

3. Tim Mittelberger, wovor hattest du den größten Respekt bei der Übernahme?

„Ich hatte großen Respekt vor dem Einfluss der Übernahme auf unsere familiäre Beziehung als Vater und Sohn. Man hört zu oft, dass mehr als die Hälfte der Nachfolgen scheitert. Das davon dann aber nicht nur das Unternehmen betroffen ist, sondern auch das wirklich gute Verhältnis zwischen mir und meinem Vater, verunsicherte mich anfangs.“

4. Tim Mittelberger, was war die größte Herausforderung im Übernahmeprozess?

„Es gibt viele Herausforderungen, wobei die größte wahrscheinlich die kontinuierliche, ehrliche und offene Kommunikation zwischen mir und meinem Vater darstellt. Wenn es unangenehm wurde, dann bisher nur dann, wenn es aufgrund fehlender Kommunikation Missverständnisse gab. Diese konnten dann jedoch im Gespräch genauso schnell wieder eliminiert werden.“

5. Tim Mittelberger, was würdest du anderen Übernehmer von Familienbetrieben raten?

„Sich früh genug mit der Thematik Nachfolge auseinandersetzen, von anderen Menschen lernen, die bereits eine Nachfolge hinter sich haben und aus deren Fehlern lernen. Daraus eine klare Struktur mit geplanten Prozessschritten ableiten, begleitet von wöchentlichen Jour-Fix Terminen zwischen Vater und Sohn. Ein wichtiger Punkt: Bei essenziellen Themen (rechtlich, steuerlich aber auch emotional) einen externen mit ins Boot holen.“

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen beiden alles Gute für die Zukunft und weiterhin viel Erfolg.