DUP Group: Zwei Säulen, ein Markt, klare Stärke! Vjekoslav Dup über Fokus als unternehmerische Disziplin
Was bleibt, wenn ein Unternehmen alles Überflüssige konsequent weglässt? Bei DUP lautet die Antwort: ein geschärftes Profil und ein klarer Kurs. Im Interview spricht Vjekoslav Dup, CEO der DUP Group, über Expansion, Reduktion und die strategische Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Herr Dup, die DUP Group ist heute auf zwei Geschäftsfelder fokussiert: Handel mit gebrauchten Kompressoren und Vermietung. Eine Zeit lang war das Angebot deutlich breiter. Warum sind Sie wieder zurück zum Kerngeschäft gegangen?
Vjekoslav Dup: „Wir haben irgendwann gemerkt, dass wir in einigen Bereichen zwar tätig, aber nicht wirklich stark waren. Im Ersatzteilhandel und im Servicebereich haben wir Energie investiert, die uns dann im Kerngeschäft gefehlt hat. Unser echtes Knowhow, unser Netzwerk und unsere Infrastruktur liegen im Handel mit gebrauchten Maschinen und in der Vermietung. Wenn man ehrlich mit sich ist, erkennt man schnell, an welcher Stelle man wirklich einen Vorteil hat und wo man nur mitmacht.“
Sie haben sich konkret von S-KOM getrennt, Ihrem Serviceunternehmen für Kompressoren. Das war ein aufgebautes Geschäftsfeld – wie schwer war diese Entscheidung strategisch?
Vjekoslav Dup: „S-KOM war ein logischer Schritt zu dem Zeitpunkt, als wir dieses Geschäftsfeld aufgebaut haben. Kompressoren verkaufen, vermieten und dann auch warten – das klingt wie ein perfektes Gesamtpaket. Strategisch gesehen hat es aber eine andere Logik, andere Ressourcen und eine andere Unternehmenskultur gebraucht als unser Kerngeschäft. Servicetechniker zu führen, Wartungsverträge zu managen, regional präsent zu sein – das ist ein eigenes Business. Als uns das klar wurde, war die Entscheidung eigentlich nicht mehr schwer. Wir haben S-KOM in gute Hände übergeben und somit für alle Beteiligten die richtige Entscheidung getroffen.“
Wie hat sich die Fokussierung konkret auf das Kerngeschäft ausgewirkt – spürt man das in den Zahlen?
Vjekoslav Dup: „Eindeutig. Wenn man aufhört, Energie in Bereiche zu stecken, die nicht der Kern sind, wird vieles klarer und schneller. Einkauf, Aufbereitung, Verkauf, Vermietung – dieser Kreislauf funktioniert heute sehr effizient. Wir haben über 250 Maschinen auf Lager, verkaufen in über 100 Länder und wissen genau, was wir können. Diese Klarheit schlägt sich in der Marge nieder, in der Geschwindigkeit und darin, wie Kunden uns wahrnehmen. Man wird zur ersten Adresse für eine Sache – nicht zur zweitbesten Adresse für vieles.“
Was ist Ihre wichtigste strategische Lektion aus dieser Fokussierungsreise – welchen Rat würden Sie anderen Unternehmer:innen mitgeben?
Vjekoslav Dup: „Fokussierung ist keine einmalige Entscheidung, sondern eine Haltung. Man muss immer wieder bereit sein, Dinge loszulassen, die zwar funktionieren, aber nicht zum Kern gehören. Das Schwierige ist, dass fast immer Geld zu verdienen ist mit Dingen, die nicht zum Kern gehören – kurzfristig. Langfristig kostet es Schärfe, Geschwindigkeit und Marktposition. Mein Rat: Definiere klar, worin du der Beste sein willst, und lehne alles andere konsequent ab. Nein sagen ist eine Kernkompetenz.“
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.