Strategien für den stationären Handel Interview mit Thomas Alton, ALTON Schuh – Mode – Sport, Feldkirch
Der stationäre Handel steht unter Druck – doch gerade in Innenstädten wie Feldkirch zeigt sich, wie wichtig gut geführte Geschäfte für Leben und Vielfalt sind. In unserem Interview mit Thomas Alton, Geschäftsführer bei ALTON Schuh – Mode – Sport in Feldkirch sprechen wir darüber, mit welchen Strategien der lokale Modehandel heute erfolgreich bleiben kann und wie sich sein Laden für die Zukunft aufstellt.
(1) Herr Alton, Ihr Geschäft hat im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Wie würden Sie Ihr Modegeschäft und seine Zielgruppe in wenigen Sätzen beschreiben?
Thomas Alton: „ALTON steht seit 75 Jahren für Qualität, persönliche Beratung und ein breites Sortiment aus Schuh, Mode und Sport. Als familiengeführtes Unternehmen sind wir stark regional verwurzelt. Ergänzt wird unser Angebot durch den ALTON Premium Board Store (est. 1995), der Boardsport und Lifestyle verbindet und gezielt ein junges, trendbewusstes Publikum anspricht. Insgesamt schätzen unsere Kund:innen Verlässlichkeit, Stil und Funktionalität – von jungen Boardsport-Enthusiast:innen bis hin zu Stammkund:innen, die uns seit Jahrzehnten begleiten.“
(2) Wie haben sich Ihre Kund:innen in den letzten Jahren verändert, zum Beispiel in Bezug auf ihr Alter, ihre Ansprüche und das Informationsverhalten?
Thomas Alton: „Unsere Kund:innen sind insgesamt anspruchsvoller geworden – unabhängig vom Alter. Sie legen heute großen Wert auf Qualität, Passform und Langlebigkeit. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für Themen wie Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Konsum deutlich gestiegen. Viele erwarten ein Einkaufserlebnis, das über den reinen Produktkauf hinausgeht und persönliche Beratung sowie Vertrauen in den Mittelpunkt stellt.“
(3) Welche digitalen Kanäle nutzen Sie aktuell – und mit welchem Ziel? Ist es wichtig, online sichtbar zu sein, um später im Laden zu verkaufen (Stichwort „Research online, Purchase offline“)?
Thomas Alton: „Wir nutzen eine Kombination aus digitalen und klassischen Kanälen. Dazu zählen unsere Website, Social-Media-Kanäle und unser Newsletter, mit denen wir unser Sortiment, Aktionen und unsere Markenwelt präsentieren. Ein wichtiger Faktor ist außerdem die Sichtbarkeit auf Google, um lokal gut auffindbar zu sein.
Gleichzeitig spielen für uns lokale Printmedien weiterhin eine Rolle. Sie sind keineswegs veraltet, sondern erreichen unsere Zielgruppe sehr zuverlässig und sind ein fester Bestandteil unserer Kommunikationsstrategie. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, Vertrauen aufzubauen und unser Unternehmen als präsent, modern und regional verankert wahrnehmbar zu machen.“
(4) Welche Bedeutung hat die lokale Community in Feldkirch für Ihr Geschäft?
Thomas Alton: „Die lokale Community ist für uns von zentraler Bedeutung. Viele unserer Kund:innen kennen uns persönlich, und dieses Vertrauen ist über Jahre gewachsen. Durch regionale Kooperationen, lokale Veranstaltungen und die Nähe zu unseren Kund:innen sind wir in Vorarlberg gut verankert und auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.“
(5) Welche Trends im stationären Handel halten Sie für überschätzt, welche für entscheidend?
Thomas Alton: „Überschätzt werden aus meiner Sicht Trends, die stark auf Technik setzen, ohne echten Mehrwert für die Kund:innen zu bieten. Entscheidend sind hingegen eine hohe Beratungsqualität, authentischer Service, ein angenehmes Einkaufserlebnis und Glaubwürdigkeit. Der stationäre Handel hat dann Zukunft, wenn er seine Stärken – Nähe, Menschlichkeit und Kompetenz – konsequent ausspielt.“