„GERADE NOCH GUT GEGANGEN“ Vom Krisenmodus zur gelungenen Nachfolge
Manchmal liegt die größte Herausforderung nicht in der Idee oder im Markt, sondern im Timing. Wenn 30 Jahre Herzensarbeit plötzlich auf der Kippe stehen, ist schnelle und kluge Unterstützung gefragt. Harald Fink, Gründer und Geschäftsführer von HF Eventtechnik, hat das am eigenen Leib erfahren. Im Interview erzählt er, wie aus einer drohenden Insolvenz eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge wurde – und warum Vertrauen und Durchhaltevermögen am Ende entscheidend waren.
(1) Herr Fink, nehmen Sie uns mit auf den Werdegang Ihrer Firma – womit beschäftigen Sie sich, und wie haben Sie angefangen?
Harald Fink: „Unsere Firma ist seit über 30 Jahren auf technische Dienstleistungen für Events spezialisiert – von Konzerten und Messen bis hin zu Kongressen und großen Veranstaltungen. Alles begann in den 1980er-Jahren, als ich privat mit Ton- und Videotechnik experimentierte. 1988 wurde ich der erste ‚Meister für Veranstaltungstechnik‘ in Vorarlberg, was mir den Einstieg in die Branche ebnete.“
(2) Welche Phase würden Sie rückblickend als Ihren größten Wachstumsschritt beschreiben?
Harald Fink: „Ganz klar das Jahr 2010. Im Rahmen der Nachfolgeregelung der TEAM-AGENTUR von Hannes Schenkenbach habe ich damals den gesamten Technikbereich übernommen. Das bedeutete nicht nur mehr Umsatz, sondern auch mehr Verantwortung, mehr Projekte und ein anderes Standing. Auf einmal war HF Eventtechnik in der Branche sichtbar und wurde als ernstzunehmender Anbieter in der Region wahrgenommen.“
(3) Doch nicht alles verlief reibungslos – welche dramatischen Wendungen gab es in den jüngeren Jahren?
Harald Fink: „Corona war der Tiefpunkt: Der Markt brach ein, wir kämpften um jeden Auftrag. In den Folgejahren halfen Einsparungen nur bedingt; die Liquiditätsengpässe wurden chronisch. Wir waren buchstäblich am Rande des Abgrunds, kurz vor der Insolvenz.“
(4) In dieser Situation: Wie sind Sie das Thema Nachfolge angegangen, und warum haben Sie sich externe Unterstützung geholt?
Harald Fink: „Mir war klar, dass ich eine Lösung brauche, die sowohl für die Firma als auch für mich persönlich tragfähig ist. Weder mein Sohn noch Mitarbeitende hatten Interesse, das Unternehmen zu übernehmen, was ich respektiere, aber es macht die Nachfolge eben schwieriger. Deshalb habe ich mich an eine professionelle Unternehmensberatung gewandt. Die Firma Loos & Partner hat meisterhaft zwei Fronten bedient: Sie sanierte unsere Liquidität und leitete eine professionelle Nachfolgesuche ein.“
(5) Viele Unternehmer unterschätzen, wie lange ein Verkauf dauert. Wie lief es bei Ihnen – und wie kam es am Ende zur Lösung?
Harald Fink: „Der Prozess hat Zeit gebraucht, länger als ich mir anfangs vorgestellt habe. Es gab viele Interessenten, aber nur wenige haben wirklich konkrete und belastbare Angebote vorgelegt. Gleichzeitig wurde der Druck stärker: Banken, Finanzamt und einzelne Gläubiger meldeten sich wieder häufiger, und die Zeit lief uns davon. Quasi „im letzten Moment“ haben wir mit der Firma Harmonic Sound einen passenden Käufer gefunden. Ich werde noch einige Jahre mitarbeiten, aber in einem Rahmen, der für mich passt – weniger Stunden, weniger Verantwortung, und trotzdem bleibe ich fachlich drin. Das ist für mich ein sehr guter Abschluss nach so vielen Jahren.“
Danke, Herr Fink, für Ihre Offenheit.
Harald Fink: „Ich bin Ihnen, Loos & Partner, unendlich dankbar für Ihre Unterstützung!“